Die Europäische Union hat bedeutende Fortschritte bei der Verabschiedung der neuen Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (Packaging and Packaging Waste Regulation, PPWR) erzielt. Mit dieser Verordnung strebt die EU eine umfassende Harmonisierung der Verpackungsvorschriften sowie die Stärkung der Kreislaufwirtschaft an. Die PPWR wurde am 26. November 2024 vom Europäischen Parlament verabschiedet und erhielt am 16. Dezember 2024 die Zustimmung des Europäischen Rates.
Ziele der PPWR
Die Verordnung hat das Ziel, die Umweltauswirkungen von Verpackungen in der EU zu minimieren. Dies soll durch die Reduzierung von Verpackungsabfällen, die Erhöhung des Anteils recycelter Materialien sowie die Förderung von Mehrwegverpackungen erreicht werden. Einige der wichtigsten Ziele und Vorgaben der PPWR umfassen:
- Recyclingfähigkeit aller Verpackungen bis 2030:
Neue Standards sollen Designkriterien für die Recyclingfähigkeit von Verpackungen definieren. - Erhöhung des Anteils recycelter Materialien:
Einweg-Plastikgetränkeflaschen sollen bis 2040 zu 65 % aus recyceltem Material bestehen. - Förderung von Mehrwegverpackungen:
Ab 2030 sollen mindestens 10 % der angebotenen Produkte in wiederverwendbaren Verpackungen verkauft werden. - Vermeidung von Verpackungsabfällen:
Verbindliche Ziele zur Abfallvermeidung und verpflichtende Maßnahmen für Händler, um unnötige Verpackungen zu reduzieren.
Nächste Schritte
Die PPWR wird 20 Tage nach ihrer Veröffentlichung (Januar 2025) im Amtsblatt der Europäischen Union in Kraft treten (Februar 2025) und 18 Monate später anwendbar sein (Mitte 2026). Bestimmte Anforderungen, wie die Vorgaben für den Einsatz recycelter Materialien oder die Einführung von Mehrwegquoten, erhalten jedoch längere Übergangsfristen, um eine schrittweise Umsetzung zu gewährleisten.
Parallel dazu arbeiten die Mitgliedstaaten und die europäischen Institutionen an der Ausarbeitung spezifischer technischer Richtlinien. Diese sollen sicherstellen, dass die Anforderungen der PPWR einheitlich umgesetzt und die angestrebten Ziele erreicht werden.
Herausforderungen und Chancen
Die Einführung der PPWR stellt Unternehmen, insbesondere in der Verpackungsindustrie, vor Herausforderungen. Sie müssen ihre Produktionsprozesse an die neuen Standards anpassen und innovative Lösungen für die Gestaltung von Verpackungen entwickeln. Gleichzeitig bietet die Verordnung Chancen, etwa durch die Entwicklung neuer Technologien und die Schaffung von Wettbewerbsvorteilen für Unternehmen, die nachhaltige Lösungen anbieten.
Für Verbraucher dürfte die PPWR zu sichtbareren Veränderungen führen, etwa durch eine breitere Verfügbarkeit von Mehrwegverpackungen und eine Reduzierung von Plastikmüll im Alltag.
Fazit
Die neue Verpackungsverordnung der EU markiert einen wichtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigeren und ressourcenschonenderen Zukunft. Mit ambitionierten Zielen und klaren Vorgaben setzt die PPWR neue Maßstäbe für den Umgang mit Verpackungen in Europa. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie erfolgreich die Umsetzung in der Praxis verläuft und welchen Beitrag die Verordnung zur Förderung der Kreislaufwirtschaft leisten wird.


